Should I stay or should I go?

Ushuaia, Feuerland, Argentinien: Also, wenn wir in der nächsten Zeit nichts anderes vorhätten, dann würden wir einfach in Ushuaia bleiben. Wir fühlen uns wohl wie eh und je. Die Argentinier/innen sind einfach eine besondere Sorte Menschen, so entspannt, so unkompliziert, so gastfreundlich. Und nicht nur die Menschen sind wundervoll. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und bezogen auf unsere Familie und das Land Argentinien trifft das voll und ganz zu. Besseres Grillfleisch gibt es nirgends (sagt die ehemalige Vegetarierin) und bei „facturas“, diesen leckeren süßen Teilchen zum Frühstück, sagt bei uns auch keiner nein.

Aber wir haben nun mal andere Pläne und trotz etlicher ausstehender Einladungen und Treffen mit alten Freunden und Bekannten, planen wir nach Chile zurück zu segeln. Abschiedsessen gibt es bei Atilio und Eva. Sind wir ja jetzt schon wieder gewohnt, die nächtlichen Essenszeiten. Die Kinder können ausschlafen am nächsten Morgen, während ich mich um die Ausklarierung kümmere und Valdo das Schiff vorbereitet – denken wir zumindest. Aber die Behörden holen uns dann doch auf den Boden der Tatsachen zurück und wir sind ganz froh, nicht langfristig in einem Land zu leben, in dem man sich in vielen Dingen auf so gar nichts verlassen kann. So viel nur dazu: Was man uns vor 10 Tagen beim Einklarieren sagte, gilt nun nicht mehr. Die komplette Crew muss in der Prefectura erscheinen und so schleppen wir nach einer kurzen Nacht zwei halbschlafende Kinder ins Amt.

Der Abschied von Freunden und Bekannten in Ushuaia ist zum Glück nur vorübergehend, denn bevor wir Feuerland im neuen Jahr endgültig verlassen, werden wir bestimmt noch ein- oder zweimal hinübersegeln.

Auf Halbwindkurs geht es bei moderaten 15 bis 20 Knoten Wind zurück nach Chile. Auch dort warten erst einmal Behördengänge auf uns, denn sowohl wir als auch das Schiff müssen offiziell wieder einreisen. Das Gute daran ist, dass die Kids nun genau wissen, was Zoll und Einreisestempel sind und am Gegenbeispiel verstehen, welch viele Vorteile die Offenheit der Grenzen der EU mit sich bringen.

3 Kommentare
  1. Ihr Lieben, dann mal eine gute Rückreise! Hier gab es einen herrlichen Spätherbstsommersonntag mit Essen und Spielen auf der Terrasse. Wir lesen mit Neugier euren Blog und denken viel an euch. Liebe Grüße, eure Juliane

  2. Ha!
    Einklarieren in Bonner Jugendherbergen ist auch nicht ohne und wenn die Mutter dann noch den gelben Zettel mit der Zimmernummer nicht parat hält, bekommt die sonst so selbstständige Brut noch nicht einmal den Schlüssel fürs Boot, äh, Bett!
    Nur den Reisepass mussten wir nicht vorzeigen! Abenteuer? Können wir auch. #grins

    Liebe Grüße an den Rand der Scheibe!
    Britta

  3. Es ist schön zu lesen, dass es euch so gut geht!

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