Und action

Feuerland, Chile: Der Flug von Deutschland nach Feuerland ist lang und um wirklich bis nach Puerto Williams zu kommen, muss man eine Nacht in Punta Arenas auf dem Festland übernachten. Schon vor Monaten haben wir ausgemacht, dass eine/r von uns hinfliegt, um Toni dort am Flughafen abzuholen. Der Gedanke, dass sie die ersten Stunden in einem völlig fremden Land mit einer völlig fremden Sprache ganz alleine klar kommen muss, hat uns irgendwie nicht gefallen. Da wir mit der Schule in letzter Zeit ein bisschen locker waren und Valdo noch diverse Ersatzteile besorgen will, fliegt er für drei Tage nach Punta Arenas. Die Kinder und ich nutzen die Zeit für intensive Schulstunden und putzen nachmittags die Yacht, tanken Wasser, schrubben das Deck und bereiten alles vor, denn nicht nur Toni kommt zu Besuch.

Unsere Freunde Pamela und Pablo aus Punta Arenas kommen mit ihren beiden Kindern für ein verlängertes Wochenende an Bord und wir freuen uns, uns für ihre großzügige Gastfreundschaft revanchieren zu können. Alle sechs kommen im gleichen Flug vom Festland herüber und Toni lernt also gleich das südamerikanische Leben in vollen Zügen kennen: Viele Menschen auf engem Raum, etwas Improvisation und vor allem viel Spaß.

Kaum sind alle an Bord, werfen wir auch schon die Leinen los. Wir segeln zur Margarita-Bucht, zehn Meilen östlich von Puerto Williams. Zwei Minkwale ziehen gemächlich durch den Beagle-Kanal. Es sind die ersten Wale, die wir sehen, seitdem wir wieder auf der Polarwind sind. Eine Nacht verbringen wir dort am Anker, erkunden die Bucht, machen eine Wanderung durch den wilden Wald und segeln am nächsten Tag weiter nach Puerto Toro, in diesen winzigen Fischerort, in dem viele Yachten auf dem Weg zum Kap Hoorn Station machen. Der Rundgang durchs Dorf ist schnell gemacht, so klein wie es ist. Die Polarwind liegt neben zwei Fischerbooten am Kai, der Nordwind schickt eine unangenehme Welle in die Bucht. So ein richtiger Wohlfühl-Liegeplatz ist das nicht. Aber die Fischer schenken uns einen Eimer voll Abendessen, „centollon“, den kleinen Bruder der berühmten Königskrabbe „centolla“, der für den Export bestimmt und in anderen Teilen dieser Welt für teures Geld als Delikatesse verkauft wird. Dafür nimmt man ja einiges in Kauf.

Auf dem Rückweg nach Puerto Williams macht die Crew die Erfahrung, wie schaukelig segeln sein kann. Auch das gehört zum Leben an Bord. Als Entschädigung begleiten uns eine ganze Weile „toninas“, die typischen Delfine von hier.

Am letzten gemeinsamen Tag machen wir eine Wanderung durch den Parque Omora, einen ethnobotanischen Park, der bei Biologen in der ganzen Welt bekannt ist. Später grillen wir am Wasserfall, die Kinder bauen einen Staudamm im Bach, wir liegen in der Sonne und lassen es uns gut gehen.

Klar ist es mit so vielen Menschen ganz schön voll auf der Polarwind, aber mit so netten und gleichzeitig unkomplizierten Menschen wie Pamela und Pablo machen wir das jederzeit wieder! Ein wunderschönes Wochenende war´s.

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